Rollschneider Test - Klingen kaufen versus Klingen schärfen

Rollschneider sind ja eine tolle Sache. Das Zuschneiden erledigt sich quasi von alleine und es ist auch viel einfacher, gleichmäßige Nahtzugaben zu machen. Zusammen mit einem Patchworklineal seit kurzem mein liebster Begleiter. Jetzt sind die Markenklingen leider sehr teuer und irgendwie steigt mein Bedarf rasant an. Ich hab überall gesucht, was andere übere ihre Erfahrungen schreiben bin aber nicht wirklich fündig geworden.


Zunächst hab ich mir einen Klingenschärfer über DAWANDA bestellt. Das Teil ist made in China und taugt genauso wenig wie ich befürchtet habe. Geliefert wird der Klingenschärfer in einer Verpackung aus Karton und Kunststoff.


Das Prinzip ist recht einfach. Der Klingenschärfer besteht aus einem Vorderteil und einem Hinterteil, die über ein Gewinde miteinander verbunden werden. In die Mitte, d.h. auf das Gewinde steckt man die Scheibe mit dem Schleifpapier. Es gibt eine grobe Seite und eine feine Seite. Man schleift zunächst mit der groben und anschließend mit der feinen. Ich vermute, dass man auch jeweils beide Seiten der Klinge schärfen muss. Das sind somit vier Schleifvorgänge pro Klinge. Relativ zeitaufwändig finde ich. Es können sowohl Klingen von 45mm Durchmesser als auch solche von 28mm geschliffen werden. Hierfür gibt es jeweils eine separate Abdeckung. Die Klingen können mit einem kleinen magnetischen Haken angehoben und transportiert werden.

geöffneter Klingenschärfer mit 28mm Klinge
Zusammengebaut sieht der Klingenschärfer wie folgt aus. Die beiden weißen Markierungen sollen aufeinander treffen. Dann nimmt man den Klingenschärfer in die Hand und rollt ihn auf einer glatten Oberfläche hin und her. Durch diese rotierenden Bewegungen soll die Klinge geschliffen werden. Klingt alles ganz toll; bei mir hat es nicht funktioniert. Einmal Schleifen mit der groben Seite und der Schärfer ließ sich nicht mehr auseinander bauen. Das Mittelteil hatte sich komplett im Gewinde verklemmt. Nix ging mehr. Mit einem Hammer konnte ich es wieder lösen und hab das Gewinde etwas abgeschliffen. Beim nächsten Schleifversuch hat sich wieder alles ineinander verkeilt und anstatt die Klinge zu schleifen, hat sich das Schleifpapier am oberen Rand abgenutzt. Man sieht das im oberen Bild an den weißen Stellen. 


Vielleicht hab ich mich ja wirklich nur zu blöde angestellt; ich weiß es nicht. Einen zweiten Versuch, alte Klingen zu schärfen, werde ich nicht mehr unternehmen. Ich hab dann brav gegoogelt und bin auf einen Shop gestoßen, die einen Zehnerpack Klingen für 10,67€ inklusive Versand anbieten. Klingt doch super oder? Ein bisschen mehr als 1€ pro Stück! Optisch sehen die Klingen genauso aus wie die Orginalklingen von Olfa bzw. Prym.


Ich hab eine Klinge in meinen Rollschneider eingebaut und gleich losgelegt. Funktioniert super. Sicherlich werde ich noch einen weiteren Test machen bzw. abwarten wie die Klingen sich nach einer längeren Zeit bewähren; dann berichte ich wieder.

 

Und warum ist das ein Beitrag für den Freutag? Na weil heute die neuen Klingen in meinem Briefkasten eingetrudelt sind und ich jetzt am Wochenende endlich wieder so richtig loslegen kann. Ist das nicht ein Grund zur Freude?

Verlinkt mit: Freutag

Kommentare